Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 25: Paulus Prüfliste

Eine gute Nachricht – Nr. 25: Paulus Prüfliste

kurze Andachten zum Lesen und Hören

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Ich gebe es zu: Ich liebe Listen zum Abhacken und ich habe recht viele davon. Ich habe eine für Sitzungen, eine andere für Feste, wieder eine andere für Baubegehungen, eine für den Frühjahresputz, jetzt neu eine für den Gesundheitsschutz, eine mit neuen Kochrezepten und noch viele Listen mehr.

Diese Leidenschaft für Listen teile ich mit Paulus. Er gibt sie seinen Briefen bei. So zum Beispiel im Römerbrief, „auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Römer 12,2b) Eine Liste um zu prüfen, was ein Leben nach dem Willen Gottes ist. Und das sind seine Prüfpunkte:

  • vergeltet niemandem Böses mit Bösem
  • seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann
  • wo möglich, habt mit allen Menschen Frieden
  • rächt euch nicht selbst, sondern überlasst dies Gott
  • gebt euren Feinden Essen und Trinken
  • lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwindet das Böse mit Gutem

Römer 12,17-21

Ich denke, es ist entscheidend, dass man diese Prüflisten richtig gebraucht. Für diese Liste von Paulus gilt nämlich, was für alle Prüflisten gilt: Man sollte sich nicht darüber ärgern, wenn hier und da ein Hacken für „erledigt“ fehlt. Kaum jemand weiß das so gut, wie Paulus selbst. Er weiß darum, wie weit Menschen oft entfernt sind von einem vollkommenen Leben aus dem Glauben.

Vielmehr sollten wir uns freuen: über jeden einzelnen Hacken, denn wir hinter Paulus Prüfliste setzten können; über jede Gelegenheit, bei der uns ein Leben aus dem Glauben gelingt. Und darüber, dass Jesus Christus uns liebt, ganz egal, wie gut wir im Abhacken von Listen sind.

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 24: Ragu alla bolognese

Eine gute Nachricht – Nr. 24: Ragu alla bolognese

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Ich versuche mich an einem Rezept eines alten Klassikers. Zwiebeln, Möhren, Sellerie in Olivenöl mit etwas Butter andünsten. Hackfleisch halb und halb dazu, durchbraten, ablöschen, dann noch Tomatenmark und Fond hinzugeben. Zum Schluss Salz und Pfeffer und fertig: Ragu alla bolognese.

Jetzt viel Geduld: Zwei Stunden schmoren. Und schließlich der große Moment: Ich öffne den Deckel, schließe die Augen und probiere einen Löffel. Der Geschmack trägt mich unerwartet über zwei Jahrzehnte zurück in meine Kindheit an einen längst vergessen geglaubten Ort.

Ich sitze mit meiner Familie in unserem Lieblingsrestaurant. Ich erinnere mich an die Deko mit Stuckornamenten, an Netze mit Plastikfischen darin. Ich rieche den besonderen Duft. Und mir fallen all die schönen Momente ein, die wir als Familie dort hatten. Plötzlich ist eine vergessene Erinnerung wieder da.

Ich öffne die Augen und frage mich: Wie konnte ich nur diese schöne Zeit aus meiner Kindheit jemals vergessen? Wie viele Erinnerungen an die Zeit mit meinem Lieben sind noch verloren und vergessen? Weil alles schon so lange her, schon so lange vorbei, die Familie nicht mehr komplett ist?

Ich seufze. Wie tröstlich, dass alles und jeder dennoch aufgehoben ist beim Höchsten. Das Verlorene und Vergessene, die Vergangenen und Vorausgegangenen. Gott sucht und findet: das Schaf, den Groschen, die Sünderin, den Verstorbenen, auch mich. Alle und alles aufgehoben und keinesfalls vergessen bei Gott.

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 23: quicklebendig

Eine gute Nachricht – Nr. 23: quicklebendig

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Schon früh am Morgen ist sie auf den Beinen und draußen an der frischen Luft. Schürze, Kopftuch, krummer Buckel. Die über 90-Jährige wuselt durch den Garten, als wäre sie gar nicht neunzig: hackt nach Kartoffeln, schleppt Gießkannen umher, vertreibt Schnecken vom Salat. Quicklebendig!

Ab und an bleibt einer, oft mit müden Augen, am Gartenzaun stehen und fragt: „Sag mir: Was ist dein Geheimnis? Niemals wirkst du müde! Du schleppst Lasten, als wären sie leicht wie Federn!“

Dann kichert die Alte und lehnt sich an den Gartenzaun. „Jungchen“, sagt sie: „Drei Dinge! Morgens: Ich gehe hinaus. Training für meinen Körper. In meinem Fitnessstudio.“ Sie zeigt mit der Harke auf ihren Garten. „Mittags: Ich gehe in mich. Training für meinen Geist. Kreuzworträtsel. Und zuletzt, abends: Ich gehe zu meinem Herrgott! Training für meine Seele! Ich sag ihm, was mich beschäftigt und auch das, was mir schwerfällt.

Es gibt Tage, da macht mir das Erste zu viel Mühe und das Zweite ist mir zu schwer. Aber das Letzte lasse ich nie aus!“

Jesus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. … So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Matthäus 11,28-30

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 22: heilig

Eine gute Nachricht – Nr. 22: heilig

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Was ist für mich heilig? Gott selbst natürlich: der Vater, der Sohn und der Geist, die Heilige Dreifaltigkeit.

Was ist mir noch heilig? Die Menschen, die mir lieb sind! Die gemeinsame Zeit, die Geschichten, die ich mit ihnen erlebt habe, die sind mir heilig. Und die Liebe selbst, die uns miteinander verbindet.

Doch was ist mit dem Fremden, der mir auf der Straße begegnet ist und dessen Gesicht mir nicht aus dem Kopf geht? Und die Menschen, die mir das Leben schwer machen? Was ist mit denen? Sind die auch heilig?

Und was ist mit mir selbst? Tatsächlich, – sollte ich auch ein Heiliger Gottes sein?

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.

1. Johannis 4,10f.

Wenn Gott uns Menschen so liebt und uns zu dieser Liebe auffordert, dann sollten die anderen mir heilig sein. Und ich mir selbst auch.

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 21: Der Herr segne dich

Eine gute Nachricht – Nr. 21: Der Herr segne dich

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„Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!“ – Diese Segensworte stehen ganz am Ende eines jeden Gottesdienstes. In meiner Ausbildung wurde darauf geachtet, dass der Segen sogar das allerletzte gesprochene Wort des Pfarrers im Gottesdienst ist. Der Segen und damit Gott selbst soll das letzte Wort haben.

Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!

4 Mose 6,24-26

Doch nicht nur im Gottesdienst steht der Segen am Ende: „Pfiat di God – behüte dich Gott“ heißt es im Bayrischen gelegentlich zum Abschied. Und auch im Englischen kann man sich mit „bless you – sei gesegnet“ verabschieden. Auch beim Abschied hat der Segen das letzte Wort. Wir gehen in der Hoffnung auseinander, dass Gott seine schützende Hand über uns hält, bis wir uns behütet wiedersehen.

Ich glaube, der Segen steht aus einem weiteren Grund am Ende: Erst im Hinterher, wenn wir dankbar zurückblicken, wird uns bewusst: Hier hatte Gott seine Segensreiche Hand im Spiel. Wer von sich selbst sagt „Ich bin reich gesegnet“, der blickt voller Dankbarkeit auf sein Leben. Er spürt Gottes Güte in all den kleinen Dingen, die er zum Leben braucht: im Brot auf dem Teller, der warmen Decke in der Nacht, dem lieben Wort, dass zu ihm gesprochen wird, wenn sich das eine zum anderen fügt.

Und so ist es sicher kein Zufall, dass das hebräische Wort im Alten Testament für „Segen“ zugleich das Wort für „Danken“ ist.

Seien Sie gesegnet!

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 20: Lebendig und kräftig und schärfer

Eine gute Nachricht – Nr. 20: Lebendig und kräftig und schärfer

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Gucken Sie sich mal um und achten dabei auf all das, was in Ihrem Umfeld rot ist. Oft nimmt man es gar nicht so wahr, weil es so selbstverständlich dazugehört, aber wenn man einmal darauf achtet, dann fällt einem doch so einiges auf:

Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Tomaten und Paprika. Viel Obst und Gemüse ist erst dann richtig reif, genießbar und lecker, wenn es seine Farbe von grün zu rot gewechselt hat. Frisch und lecker strahlt es uns an – und schmeckt nach mehr.

Rot kann aber auch eine Warnung sein: Achtung, scharf – sagt die rote Chillischote. Achtung, giftig – sagt der rote Fliegenpilz. Achtung, stopp – sagt die rote Ampel. Wenn uns etwas Rotes begegnet, dann fordert das unsere Aufmerksamkeit, wir können nicht einfach so daran vorbeisehen. Wir können nicht einfach weitermachen, ohne nachzudenken, was wir gerade tun oder vorhaben.

Die Farbe Rot begegnen uns überall: im Regenbogen, im Sonnenuntergang, im Feuer. Wenn ich für jemanden ein rotes Tuch bin, dann ist er nicht besonders gut auf mich zu sprechen. Ich verursache starke und negative Emotionen bei ihm. Ein roter Faden schlängelt sich durch mein Leben. Er zeigt mir immer wieder: alles folgt einem bestimmten Plan und hängt zusammen.

Am Wochenende feiern wir Pfingsten – einer der ganz wenigen Tage im Kirchenjahr, der die Farbe Rot trägt. Gottes Geist – rot. Er ist Lebensgrundlage, wie zum Beispiel Erdbeeren, Kirschen und Tomaten. Er stoppt uns hin und wieder in dem was wir tun, so wie das Stoppschild an der viel befahrenen Kreuzung. Er rüttelt uns auf und knistert voll Energie, wie das Lagerfeuer in der Nacht. Gottes Geist ist lebendig und kräftig und schärfer.

Gottes Geist ist lebendig und kräftig und schärfer.


Hebräer 4,12a (eigene Übersetzung)

Pfarrerin Jana Menke

Eine gute Nachricht – Nr. 19: In den Himmel

Eine gute Nachricht – Nr. 19: In den Himmel

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Da stehen sie nun und starren in den Himmel. Doch so sehr sie sich auch anstrengen: dort ist nichts mehr zu erkennen. Nun hat Jesus sie, die Jünger, endgültig verlassen und ist vor ihren Augen in den Himmel entschwunden, weit, weit weg.

Und während sie so dastehen und in den Himmel starren, werden sie von zwei Engeln auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, werden die Jünger von diesen gefragt. Es ist keine echte Frage. Vielmehr eine Botschaft: „Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.“

Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.

Verdattert kehren die Jünger nach Jerusalem zurück. Sie fragen sich: „Was sollen diese Worte bedeuten? »Da, wo Gott ist, ist der Himmel?« – Ja aber: Wo ist Gott denn nun?“ Sie brauchen Zeit, um zu verstehen und ziehen sich ins Obergemach zurück. Und sie nutzen die Zeit, um sich zu erinnern: An diese himmlische Zeit, die sie mit Jesus hatten. An die Liebe, die in Jesu Gegenwart förmlich zum Greifen nahe war.

„Weißt du’s noch?“, hört man sie erzählen. „Weißt du’s noch, wie Jesus damals den Zachäus mit warmen Worten vom Baum heruntergeholt hat, – herunter in ein neues Leben? Weißt du’s noch, wie Jesus damals die Kinder auf den Arm nahm und in sein Herz hinein? Weißt du’s noch, wie Jesus dich aus deinem alten Leben herausgeholt, – wie er auch aus dir einen echten Menschenfischer machte?“

Da, wo Jesus war, da war immer auch die Liebe. Und die Jünger beginnen zu verstehen: „Da, wo die Liebe ist, da ist auch Gott. Und da, wo Gott ist, da ist der Himmel. Der Himmel auf Erden.“ Und die Jünger stiegen herab aus dem Obergemach hinein in den Himmel, den Jesus ihnen gezeigt hatte.

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 18: Manchmal wird es ein Gebet

Eine gute Nachricht – Nr. 18: Manchmal wird es ein Gebet

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Manchmal – da sprudelt mein Kopf über. All der Eindruck braucht Ausdruck, Freude und Begeisterung genauso wie Ärger und Frust und Unverständnis. Gedanken, die hin und her sausen, Möglichkeiten, die bedacht und sortiert werden wollen, Fragen, die nach Antworten verlangen. So viel – und manchmal muss es raus, muss in klare Worte gefasst werden, braucht ein Gegenüber. Manchmal wird es ein Gebet.

Manchmal – da fühlt sich mein Kopf ganz leer an. Nicht, dass es an Eindruck fehlen würde, aber für Ausdruck … da fehlen die Worte. Zu erschreckend, zu großartig, zu überraschend, was mir begegnet, was ich sehe, höre und fühle. Es müsste raus, bräuchte ein Gegenüber, aber ich habe keine Begriffe, die auch nur annähernd fassen, was ich zu sagen versuche. Stille und Schweigen manchmal als einzige Ausdrucksmöglichkeit. Manchmal wird es ein Gebet.

Manchmal – da muss ich mit jemandem reden. Muss mein Glück oder meinen Schmerz teilen, will, dass jemand anderes zuhört und meine Sicht der Dinge versteht und kommentiert. Mir beim Weiterdenken hilft, einen Lösungsweg entwickelt, sich mit mir freut. Denn manchmal werden die Dinge erst im Gespräch wirklich wahr und greifbar. Manchmal wird es ein Gebet.

Manchmal – da bin ich froh, dass niemand mich hört. Manches bleibt besser ungesagt, ist mir zu unangenehm oder scheint noch zu unausgegoren. Was würden die Leute wohl voneinander denken, wenn sie alles voneinander wüssten? Manche Gedanken ziehen ihre Kreise lieber nur in meinem Kopf – Manchmal scheint es besser, zu schweigen, auch wenn es laut ist im Kopf. Manchmal wird es ein Gebet.

All meine Worte und all mein Schweigen, das, was ich anderen sage und das, was ich lieber für mich behalte. Das, was klar formuliert ist und das wofür es keine Worte gibt. Manchmal wird es ein Gebet – immer findet es Gehört bei Gott.

Pfarrerin Jana Menke

Eine gute Nachricht – Nr. 17: Weil beten doch hilft

Eine gute Nachricht – Nr. 17: Weil beten doch hilft

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Vor Jahren habe ich ein Plakat gesehen, dass mir nicht mehr aus dem Sinn geht. Auf dem Plakat ist das Foto eines kleinen Mädchens zu sehen. Es sitzt zu Tisch. Vor ihm ein Teller mit einer prächtigen Wurst. Das Kind hat die Augen fest geschlossen und die Hände zum Gebet gefaltet. Es schickt seinen Dank für das köstliche Essen an Gott. Und, während das Kind mit geschlossenen Augen andächtig sein Tischgebet spricht, schnappt der Familienhund die Wurst vom Teller weg. – „Weil beten nicht hilft“ steht daneben in weißen Lettern auf rotem Grund und darunter die Werbung für eine Arbeiterbewegung.

Ich muss gestehen: Die Pointe amüsiert mich. Aber das Plakat macht mich auch nachdenklich: Hilft beten wirklich nicht? Ist beten am Ende nur ein psychologischer Trick, ein Selbstbetrug, um besser mit den Problemen des Lebens klar zu kommen?

Wer betet, hat diese Erfahrung gemacht: Oft erfüllt sich nicht, worum ich Gott bitte. Manchmal kommt es sogar noch schlimmer. Wer glaubt, Gebet ist eine Wunscherfüllungsmaschiene, der wird enttäuscht. Hier hat das Plakat mit seiner Botschaft also Recht.

Wer betet, der weiß aber auch: Gebet ist viel mehr als ein Wunschzettel an Gott. Klar, die Sorgen, die lösen sich nicht einfach in Luft auf, wenn ich sie Gott im Gebet anvertraue. Und trotzdem: Die Not lässt sich leichter tragen, wenn ich sie mit Gott teile.

Wer betet, der weiß auch: Ich bin nicht allein! Ich bin Teil einer großen Gemeinschaft. Auch dann, wenn ich daheim still in meinem Kämmerlein bete. Das gibt Kraft – gerade jetzt!

Beten hilft auch, weil es so einfach ist. Es braucht nicht viele Worte, keinen besonderen Ort und keine besondere Zeit. Oft tut es schon ein einfaches Vaterunser.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Pfarrer Bastian Müller

Eine gute Nachricht – Nr. 16: Stimm mit ein

Eine gute Nachricht – Nr. 16: Stimm mit ein

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Wovon unser Herz voll ist, davon quillt unser Mund über. Und gar nicht mal so selten in Form eines Liedes. Wir singen hinaus, was uns bewegt. Mit lauter klarer Stimme oder leise vor sich hin brummelnd. Ganz unbewusst und nebenbei oder mit voller Konzentration ohne sich ablenken zu lassen. Vielstimmig in der großen Gruppe oder alleine unter der Dusche.

Musik ist aus unserem Leben gar nicht wegzudenken. Wie oft schaffen wir durch sie unseren Gefühlen Raum: Freude und Trauer, Verzweiflung und Zuversicht, Glück und Schmerz. Wie oft geben uns Lieder Worte für das, was uns anders unsagbar wäre.

Das Singen und die Musik lässt uns in eine große Gemeinschaft eintreten. Eine Gemeinschaft, die Zeit und Raum und auch die Regeln des social Distancing übersteigt. Denn überall und immer haben Menschen gesungen und singen Menschen. Verschaffen sich und ihrer Situation, ja ihrem Leben Gehör. Und gar nicht mal so selten singen sie Gott ihr Lied. Dabei schwingt so viel mit, vom je eigenen Leben: Rhythmus und Schwung, Tonart und Takt, Höhen und Tiefen.

Gottes Gegenwart lässt Menschen singen. Weil sie erfahren haben, dass Gott der Hüter des Lebens ist. Dass sie in seiner Nähe heil werden konnten und können. Dass er ihnen immer wieder Zeichen der Hoffnung schenkt, egal, wie steinig der Weg gerade auch ist.

Wir dürfen einstimmen in diesen vielstimmigen, Zeit und Raum umgreifenden Chor. Mit all unserer Hoffnung und unserem Glauben, mit unserem Zweifel und unserer Hoffnungslosigkeit, mit all dem, wovon unser Herz voll ist und unser Mund überquillt. Gott hört zu!

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.


Psalm 98,1

Pfarrerin Jana Menke