Eine gute Nachricht – Nr. 14: Neues entsteht

kurze Andachten zum Lesen und Hören

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Jubilate! Jubelt – „das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17b) So klingt es uns an diesem Sonntag fröhlich entgegen. Und normalerweise können wir problemlos in diesen Jubel einstimmen: kurz nach Ostern, Anfang Mai, „geh aus mein Herz und suche Freud“ auf den Lippen, der Blick in die wieder neu belebte, blühende Natur gerichtet. Neues ist! Halleluja!

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2. Korinther 5,17

Dieses Jahr sieht das ganz anders aus: kurz nach Ostern, Anfang Mai. Eigentlich hätten wir an diesem Wochenende Konfirmation gefeiert. Seit fast einem Jahr steht dieser Termin in den Kalendern, seit langem wird daraufhin geplant: mit wem wollen wir feiern, wo wollen wir essen, was wollen wir schenken?

All diese Überlegungen sind in diesem Jahr hinfällig. Wann und wie wir konfirmieren … es steht in den Sternen, wie so vieles andere gerade auch. So vieles, das „schon immer so war“, auf das wir uns lange gefreut haben, das wir eingeplant hatten, in unseren Jahresplan … verschoben oder ganz abgesagt. Und wir merken: so gut finden wir das gar nicht, das Altes vergeht, denn wir haben es lieb gewonnen, es ist uns ans Herz gewachsen, es gibt uns Sicherheit. Und das wollen wir nicht aufgeben – eigentlich nie – gerade jetzt nicht, wo alles unsicher und chaotisch ist. Altes vergeht. Einfach, weil es unter den aktuellen, neuen Bedingungen nicht mehr „einfach so weitergehen kann, wie es bisher immer war“. Und das ist traurig und schmerzlich.

Neues entsteht. Unaufhaltsam, überall dort, wo Altes vergeht und Räume hinterlässt, die jetzt neu gefüllt werden müssen, ja dürfen. An so vielen Stellen müssen längst vergessen geglaubte Fragen neu beantwortet werden: Was trägt mich wirklich? Was brauche ich, um mich gehalten zu wissen? Was kann ich selber anbieten, um Gemeinschaft sichtbar und spürbar zu machen? Und für all das gibt es noch keine Regeln und noch keine Grenzen … noch kein … „aber das haben wir doch noch nie so gemacht!“ Statt dessen gibt es in diesem chaotischen und völlig verrücktem Jahr 2020 ganz viel „Hey! Das haben wir noch nie so gemacht! Lass uns das mal ausprobieren!“

Altes vergeht … Neues entsteht … und wir sind ein Teil davon, ganz egal, ob wir 14 Jahre alt und fast konfirmiert oder 80 und schon immer Kerngemeindeglied sind. Egal, ob wir schon immer gerne mit vorne dabei waren und unsere Ideen in den Raum geworfen haben, oder ob wir uns eigentlich lieber im Hintergrund gehalten haben. Neues entsteht! Jubilate! Jubelt!

Pfarrerin Jana Menke