Eine gute Nachricht – Nr. 19: In den Himmel

kurze Andachten zum Lesen und Hören

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Da stehen sie nun und starren in den Himmel. Doch so sehr sie sich auch anstrengen: dort ist nichts mehr zu erkennen. Nun hat Jesus sie, die Jünger, endgültig verlassen und ist vor ihren Augen in den Himmel entschwunden, weit, weit weg.

Und während sie so dastehen und in den Himmel starren, werden sie von zwei Engeln auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, werden die Jünger von diesen gefragt. Es ist keine echte Frage. Vielmehr eine Botschaft: „Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.“

Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.

Verdattert kehren die Jünger nach Jerusalem zurück. Sie fragen sich: „Was sollen diese Worte bedeuten? »Da, wo Gott ist, ist der Himmel?« – Ja aber: Wo ist Gott denn nun?“ Sie brauchen Zeit, um zu verstehen und ziehen sich ins Obergemach zurück. Und sie nutzen die Zeit, um sich zu erinnern: An diese himmlische Zeit, die sie mit Jesus hatten. An die Liebe, die in Jesu Gegenwart förmlich zum Greifen nahe war.

„Weißt du’s noch?“, hört man sie erzählen. „Weißt du’s noch, wie Jesus damals den Zachäus mit warmen Worten vom Baum heruntergeholt hat, – herunter in ein neues Leben? Weißt du’s noch, wie Jesus damals die Kinder auf den Arm nahm und in sein Herz hinein? Weißt du’s noch, wie Jesus dich aus deinem alten Leben herausgeholt, – wie er auch aus dir einen echten Menschenfischer machte?“

Da, wo Jesus war, da war immer auch die Liebe. Und die Jünger beginnen zu verstehen: „Da, wo die Liebe ist, da ist auch Gott. Und da, wo Gott ist, da ist der Himmel. Der Himmel auf Erden.“ Und die Jünger stiegen herab aus dem Obergemach hinein in den Himmel, den Jesus ihnen gezeigt hatte.

Pfarrer Bastian Müller