Eine gute Nachricht – Nr. 2: Soweit die Wolken ziehen

Eine gute Nachricht

Nr. 2: Soweit die Wolken ziehen

miteinander verbunden bleiben – auch wenn wir uns nicht sehen

auch zum Hören

Die Sonne scheint, ein paar wenige Wolken hängen wie Wattebäusche am Himmel, drei Vögel ziehen langsam vorbei. Lautlos für uns, mit kräftigem Flügelschlag, majestätisch gegen das unendliche Blau des Himmels. Meine Augen folgen ihnen, immer weiter und weiter, bis sie verschwinden am Horizont, aus meinem Blickfeld hinaus, weiter auf ihrem Weg, frei wie der Wind.

Mein Blick schweift über die menschenleeren Straßen. Wie froh ich bin, dass sich hier so viele Menschen an die Regeln halten, zu Hause bleiben und somit sich und andere schützen.

Und doch ergreift mich ein mulmiges Gefühl. So viel Leere. Verschlossene Türen, dunkle Fenster, kaum Bewegung, kein Lärm, zumindest nicht der, der normalerweise von einem Ort ausgeht, an dem Menschen aufeinander treffen, an dem Menschen ihrem Alltag nachgehen, an dem Menschen leben. So viele Einschränkungen, so viel Enge trotz dem vielen Platz, den wir tatsächlich gerade haben.

Mein Blick schweift nach drinnen. Hier sieht es sicher bei jedem anders aus. So viel Ruhe wie draußen? Zu viel Ruhe? Zu viel Raum, zu viel Zeit, zu viel Platz für Gedanken und Fragen und Sorgen, die ungehört an den Wänden abprallen?

Oder zu viel Lärm? Zu viel Nähe zu den anderen Menschen, die jetzt diesen Raum mit mir teilen, die allesamt auch nicht wissen, wohin mit ihren Gefühlen. Zu viel Arbeit, die erledigt werden will, während die Gedanken kreisen? Zu viel Kind, das beschäftigt und abgelenkt werden will? Zu viel Aufgaben, die nach Aufmerksamkeit schreien? Zu viel für den Raum, der uns momentan für unser Leben gegeben ist?!

Wo können wir hin mit all unserem zu viel und zu wenig, mit der Sehnsucht nach Freiheit und dem Wunsch nach Geborgenheit?

Wo können wir hin mit unseren engen Grenzen? Mit unserer kurzen Sicht und unserer Ohnmacht? Mit unserem verlornen Zutraun und mit unserer Sehnsucht nach Geborgenheit?

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist und deine Wahrheit, soweit die Wolken ziehen!

HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist und deine Wahrheit, soweit die Wolken ziehen!

Psalm 36,5

Pfarrerin Jana Menke

Corona-Pandemie

Bis auf weiteres (Stand: März 2020) finden keine öffentlichen Veranstaltungen, Versammlungen und Gottesdienste statt. Das gleiche gilt für Gruppen und Kreise.