Eine gute Nachricht – Nr. 20: Lebendig und kräftig und schärfer

kurze Andachten zum Lesen und Hören

Hören

Lesen

Gucken Sie sich mal um und achten dabei auf all das, was in Ihrem Umfeld rot ist. Oft nimmt man es gar nicht so wahr, weil es so selbstverständlich dazugehört, aber wenn man einmal darauf achtet, dann fällt einem doch so einiges auf:

Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Tomaten und Paprika. Viel Obst und Gemüse ist erst dann richtig reif, genießbar und lecker, wenn es seine Farbe von grün zu rot gewechselt hat. Frisch und lecker strahlt es uns an – und schmeckt nach mehr.

Rot kann aber auch eine Warnung sein: Achtung, scharf – sagt die rote Chillischote. Achtung, giftig – sagt der rote Fliegenpilz. Achtung, stopp – sagt die rote Ampel. Wenn uns etwas Rotes begegnet, dann fordert das unsere Aufmerksamkeit, wir können nicht einfach so daran vorbeisehen. Wir können nicht einfach weitermachen, ohne nachzudenken, was wir gerade tun oder vorhaben.

Die Farbe Rot begegnen uns überall: im Regenbogen, im Sonnenuntergang, im Feuer. Wenn ich für jemanden ein rotes Tuch bin, dann ist er nicht besonders gut auf mich zu sprechen. Ich verursache starke und negative Emotionen bei ihm. Ein roter Faden schlängelt sich durch mein Leben. Er zeigt mir immer wieder: alles folgt einem bestimmten Plan und hängt zusammen.

Am Wochenende feiern wir Pfingsten – einer der ganz wenigen Tage im Kirchenjahr, der die Farbe Rot trägt. Gottes Geist – rot. Er ist Lebensgrundlage, wie zum Beispiel Erdbeeren, Kirschen und Tomaten. Er stoppt uns hin und wieder in dem was wir tun, so wie das Stoppschild an der viel befahrenen Kreuzung. Er rüttelt uns auf und knistert voll Energie, wie das Lagerfeuer in der Nacht. Gottes Geist ist lebendig und kräftig und schärfer.

Gottes Geist ist lebendig und kräftig und schärfer.


Hebräer 4,12a (eigene Übersetzung)

Pfarrerin Jana Menke