Eine gute Nachricht – Nr. 21: Der Herr segne dich

kurze Andachten zum Lesen und Hören

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„Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!“ – Diese Segensworte stehen ganz am Ende eines jeden Gottesdienstes. In meiner Ausbildung wurde darauf geachtet, dass der Segen sogar das allerletzte gesprochene Wort des Pfarrers im Gottesdienst ist. Der Segen und damit Gott selbst soll das letzte Wort haben.

Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!

4 Mose 6,24-26

Doch nicht nur im Gottesdienst steht der Segen am Ende: „Pfiat di God – behüte dich Gott“ heißt es im Bayrischen gelegentlich zum Abschied. Und auch im Englischen kann man sich mit „bless you – sei gesegnet“ verabschieden. Auch beim Abschied hat der Segen das letzte Wort. Wir gehen in der Hoffnung auseinander, dass Gott seine schützende Hand über uns hält, bis wir uns behütet wiedersehen.

Ich glaube, der Segen steht aus einem weiteren Grund am Ende: Erst im Hinterher, wenn wir dankbar zurückblicken, wird uns bewusst: Hier hatte Gott seine Segensreiche Hand im Spiel. Wer von sich selbst sagt „Ich bin reich gesegnet“, der blickt voller Dankbarkeit auf sein Leben. Er spürt Gottes Güte in all den kleinen Dingen, die er zum Leben braucht: im Brot auf dem Teller, der warmen Decke in der Nacht, dem lieben Wort, dass zu ihm gesprochen wird, wenn sich das eine zum anderen fügt.

Und so ist es sicher kein Zufall, dass das hebräische Wort im Alten Testament für „Segen“ zugleich das Wort für „Danken“ ist.

Seien Sie gesegnet!

Pfarrer Bastian Müller