Eine gute Nachricht – Nr. 23: quicklebendig

kurze Andachten zum Lesen und Hören

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Schon früh am Morgen ist sie auf den Beinen und draußen an der frischen Luft. Schürze, Kopftuch, krummer Buckel. Die über 90-Jährige wuselt durch den Garten, als wäre sie gar nicht neunzig: hackt nach Kartoffeln, schleppt Gießkannen umher, vertreibt Schnecken vom Salat. Quicklebendig!

Ab und an bleibt einer, oft mit müden Augen, am Gartenzaun stehen und fragt: „Sag mir: Was ist dein Geheimnis? Niemals wirkst du müde! Du schleppst Lasten, als wären sie leicht wie Federn!“

Dann kichert die Alte und lehnt sich an den Gartenzaun. „Jungchen“, sagt sie: „Drei Dinge! Morgens: Ich gehe hinaus. Training für meinen Körper. In meinem Fitnessstudio.“ Sie zeigt mit der Harke auf ihren Garten. „Mittags: Ich gehe in mich. Training für meinen Geist. Kreuzworträtsel. Und zuletzt, abends: Ich gehe zu meinem Herrgott! Training für meine Seele! Ich sag ihm, was mich beschäftigt und auch das, was mir schwerfällt.

Es gibt Tage, da macht mir das Erste zu viel Mühe und das Zweite ist mir zu schwer. Aber das Letzte lasse ich nie aus!“

Jesus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. … So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Matthäus 11,28-30

Pfarrer Bastian Müller